Handlungsempfehlungen für mehr Chancengleichheit an die verhandelnden Koalitionsparteien in der 19.

Bildungserfolg und Aufstiegschancen hängen in Deutschland noch immer besonders stark von der sozialen Herkunft ab. So hat ein Professorenkind eine 2,5 Mal höhere Chance auf eine Gymnasialempfehlung als das Kind eines Facharbeiters. Leistung, Persönlichkeit und Engagement müssen darüber entscheiden, wie erfolgreich ein Mensch in unserer Gesellschaft werden kann – nicht die soziale Herkunft. Nach den erfolgreichen Sondierungsgesprächen liegt es nun in Ihrer Hand, die bildungspolitischen Weichen in Richtung eines chancengleichen und damit zukunftsfähigen Deutschlands zu stellen.

Netzwerk Chancen setzt sich deutschlandweit für mehr Chancengleichheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien ein. Als gemeinnützige und überparteiliche Dialog-Plattform bringen wir Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Eltern, Schüler und Wissenschaft zusammen, um nachhaltige Lösungen für gleiche Bildungs- und Aufstiegschancen zu entwickeln.

Bei unseren Workshops, Diskussionsveranstaltungen und Vernetzungstreffen konnten wir 2017 über 100 zivilgesellschaftliche Organisationen sowie als Experten u. A. Prof. Marcel Fratzscher (Präsident, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) und Dr. Rüdiger Grube (Ex-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG) begrüßen. In diesem Rahmen wurden gemeinsam zahlreiche Handlungsempfehlungen erarbeitet. Die fünf folgenden würden zeitnah zu mehr Chancengleichheit in Deutschland beitragen:

1. Vollständige Aufhebung des Kooperationsverbots und Überbrückung regionaler Qualitätsunterschiede in der Bildung

2. Bundesweit einheitliche Qualitätsstandards im Kita-Bereich durch ein Bundesqualitätsgesetz

3. Ausbau der individuellen Förderung vom Kindergarten bis zum Abitur durch zügige Einstellung zusätzlicher ErzieherInnen, LehrerInnen, Sozialpädagogen und -pädagoginnen sowie Einführung entsprechender Förderprogramme

4. Einführung von begleitenden außerschulischen Programmen für Kinder und Jugendliche zur Stärkung ihrer Eigenständigkeit und ihres Selbstbewusstseins sowie

zum Ausbau von sozialen Kompetenzen (z. B. 1:1-Mentoring)

5. Schaffung von zusätzlichen attraktiven Angeboten für die Einbeziehung von Eltern mit einem bildungsfernen oder finanzschwachen Hintergrund

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